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Kenntnisnahme
Herr Middeldorf (ZRR) berichtet über das Positionspapier Aviation zur strategischen Weiterentwicklung des Rheinischen Reviers als Forschungs- und Entwicklungsstandort der klimaneutralen Luftfahrt und dessen Übergabe an den Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Oliver Krischer, am 11.11.2024. Herr Middeldorf unterstreicht die Bedeutung dieses Themas für die Region Aachen als Teilregion des Rheinischen Reviers sowie für das Rheinische Revier insgesamt, das eine Blaupause auch für andere Themen darstellen könne. Mit der Übergabe des Positionspapiers habe das Rheinische Revier seinen Anspruch deutlich gemacht – gemeinsam mit der Landesregierung –, einen wesentlichen Beitrag zur Zukunft des Fliegens zu leisten. Seit Beginn 2024 seien die Strukturwandelthemen räumlich und thematisch geclustert und in 22 „Leuchtturmstandorte“ zusammengefasst worden. Die Herleitung als Leuchtturmstandort sei aufgrund ihrer politischen Bedeutung sowie ihres inhaltlich/thematischen Alleinstellungsmerkmals erfolgt. An diesen Standorten zeige sich eine Kumulation an interessanten Projekten, die bereits in der Bewilligung oder in der Pipeline seien, woraus ersichtlich werde, dass Projekte sich an den jeweiligen Standorten durch leistungsstarke Projektpartner*innen gegenseitig befruchten. Die Präsentation inkl. QR-Code zum Positionspapier ist dem Protokoll beigefügt.
Frau Kanzler stellt fest, dass die vorgestellten Inhalte Ähnlichkeiten zu anderen Projekten, z.B. in Süddeutschland, aufweisen. Herr Middeldorf führt dazu an, dass an den großen Flughäfen und Luftverkehrsstandorten – auch in NRW – im Vergleich zu den kleineren Standorten im Rheinischen Revier zwar sehr viel mehr Flugverkehr aber insgesamt wenig Entwicklung zu verzeichnen sei. Das Rheinische Revier sei nicht nur in NRW, sondern in ganz Deutschland ein führender Standort bei der Entwicklung des klimaneutralen Fliegens und der vertikalen Mobilität.
Herr Fischer, der auch Mitglied im Aufsichtsrat der Forschungsflugplatz Würselen – Aachen GmbH ist, bittet um nähere Erläuterung der Strukturen hinter dem sog. „Wirtschaftsökosystem Aviation Rheinisches Revier“ sowie um weitere Ausführungen zu den in diesem „akteursgetriebenen Strategieprozess“ involvierten Treibern und der derzeitigen Anzahl an Wirtschaftsakteuren. Zudem stellt er die Frage, ob man überhaupt schon von einem „Wirtschaftsökosystem Aviation“ sprechen könne oder ob es sich derzeit noch eher um ein Forschungsökosystem handele und die Umwandlung in ein Wirtschaftsökosystem über Technologietransfer eigentlich noch bevorstehe. Für Herrn Middeldorf schließt sich daran auch die Frage an, welche Impulse noch fehlen, um zu einer echten strukturpolitischen Wirkung zu kommen. Der strukturpolitische Effekt, der aus Forschung und Wissenschaft getrieben werde, müsse sich in konkrete Ansiedlungen von Unternehmen umsetzen. Derzeit stehe man noch ziemlich am Anfang – eigentlich müsse man von einem „Forschungs-, Wissenschafts-, Entwicklungs- und Wirtschaftsökosystem“ sprechen. Mit dem Production Launch Center Aviation sei bereits die Entwicklung in eine andere Richtung zu beobachten. Dies werde sich verstärken, wenn es gelinge, die Gewerbeflächenvermarktung so auszurichten, dass Unternehmen sich dort andocken. Man baue auf die spezifischen Stärken des Rheinischen Reviers auf, die Aktivitäten der einzelnen Standorte sollen hierbei gebündelt werden und synergetisch miteinander wirken.
Frau Schmitt-Promny weist darauf hin, dass es auch an der Universität in Darmstadt ein ähnliches Forschungsprojekt zum klimaneutralen Fliegen gebe. Sie begrüßt die regionale Verbindung der drei Aviation-Standorte im Rheinischen Revier, stellt aber bzgl. des Anspruchs, ein „Ökosystem“ zu etablieren, die Frage, wie man in Würselen eine Aussöhnung bzgl. der Erweiterung des Gewerbegebietes erreichen sowie Ökologie und Ökonomie zusammenführen könne. Zudem stelle sich die Frage, inwieweit Nachhaltigkeitsthemen berücksichtigt würden. Herr Middeldorf führt dazu an, dass es sich bei der Erweiterung des Gewerbegebiets Bauabschnitt 2 und 3 um einen potenziellen Gewerbestandort handele, der (1.) als Transformationsfläche im Strukturwandel eine besondere Bedeutung habe, der (2.) Teil der vom Aufsichtsrat der ZRR verabschiedeten Fokusflächenliste sei und (3.) im Regionalplanprozess abgewogen worden sei. Darüber hinaus sei analysiert worden, an welchen Stellen Konflikte bestünden: zwischen Grünzügen, Schneisen und Ambitionen der Entwicklung eines Ökosystemverbundes auf der einen und Gewerbeflächen auf der anderen Seite. Förderanträge für Bauabschnitt 2 und 3 bewegten sich außerhalb des Ökosystemverbundes und der sensiblen Flächen. NRW.Global Business unterstütze die Standorte bei der Profilierung. Ziel sei somit auch, die Akteure vor Ort zu informieren, dass die Chance der Entwicklung ihres Standortes sich vergrößere, wenn sie sich innerhalb dieses Profils bewegen würden.
Herr Dr. Nolten ergänzt aus der Perspektive des RAZV, dass die Leuchttürme, die 2017 vorgestellt worden seien, genau diese inhaltliche Ausrichtung hatten. Diese würden nun weiterentwickelt. Herr Spinrath ergänzt, dass die Entwicklung der Flächen und die Ansiedlung der Unternehmen auch im Hinblick auf eine ökologische Verträglichkeit ausgerichtet sein müssen. Gewerbe und Ökologie müssten kein Widerspruch sein, sondern könnten auch gut miteinander verbunden werden.
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